Herzlichen Glückwunsch zum Schulabschluss

Nach einem außergewöhnlichen Schuljahr mit den besonderen Herausforderungen der Corona Pandemie gratulieren wir den Schülerinnen und Schülern der Abgangsklassen herzlich zu ihrem Schulabschluss.
Lernen und vorbereiten überwiegend im Distanzunterricht, um dann die mündlichen als auch schriftlichen Abschlussprüfungen zu meistern, die für den weiteren Lebensweg entscheidend sind, war für die Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine außergewöhnliche Leistung.
Bis vor ein paar Wochen war nicht klar, ob es überhaupt die von allen sehnlich gewünschte feierliche Zeugnisübergabe geben würde oder ob die Corona Maßnahmen es nicht zulassen würden.

Nachdem schon der Abiball und andere Abschlussfeiern abgesagt werden mussten, freute sich auch Schulleiter Sven Nack, dass alle Abschlussklassen nun offiziell und in entsprechendem Rahmen verabschiedet werden konnten.  Neben der Schulleitung, der Abteilungsleitung und den Tutoren erinnerten sich auch Zubeida Hotak und Masum Rahimee aus der Klasse 13a  an die bewegten letzten Schuljahre.


Der Auftritt des Chores musste leider auch in diesem Jahr entfallen, Frau Schuldt und Herr Husemann übernahmen den musikalischen Rahmen an Geige und Keyboard. Eine frisch gebackene Abiturientin ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, zum Abschluss noch ein Solo auf dem Keyboard zu spielen.

Höhepunkt der Abiturientenfeier war die Zeugnisausgabe an die frisch gebackenen Abiturienten und Abiturientinnen, die in diesem Jahr mit einem Durchschnitt von 2,3 ihr Abitur abgeschlossen haben.

In seiner ABI-Rede dankte Herr Nack den Kolleginnen und Kollegen, den Tutoren und der Abteilungsleitung, die ab Klasse 5 bis hin zum Abitur, zum Erfolg der jetzigen Schulabgänger*innen mit beigetragen haben.
Er erinnerte daran, dass der letzte normale Schultag am 28.2.2020 stattfand und damit die Studienstufe – über drei Semester – in noch stärkerem Maße von den Einschränkungen betroffen war, als der Abijahrgang im letzten Jahr. Schulleiter Herr Nack zollte den Schülerinnen und Schüler Respekt, dass sie sich unter diesen Bedingungen ihr Abitur erfolgreich erarbeitet haben und gleichzeitig noch in vielfältiger Weise in der Schule engagiert haben, sei es im Chor oder in der Schülerinnen- und Schülervertretung, die sogar noch in der Prüfungsvorbereitungsphase aktiv an der Gestaltung des Schulgeländes Neumoorstück oder an der Rhythmisierung des Ganztags beteiligt waren.

Herr Nack blickte in seiner Abiturrede auch in die Zukunft und fragte, woran wir Menschen uns erinnern werden, wenn wir in 50 Jahren an die Pandemie zurückdenken. Als Antwort zitierte er den israelischen Historiker Yuval Harari „In 50 Jahren werden sich die Menschen gar nicht so sehr an die Pandemie selbst erinnern. Stattdessen werden sie sagen: Dies war der Moment, an dem die digitale Revolution Wirklichkeit wurde, die Menschheit verständigt sich jetzt darauf, einen Großteil ihres Lebens online zu verbringen.  […] im  schlimmsten Fall werden sich die Menschen in 50 Jahren daran erinnern, dass im Jahr 2020 mithilfe der Digitalisierung die allgegenwärtige Überwachung begann.“

Künstliche Intelligenz bedeutet, dass lernfähige Systeme uns zunehmend Entscheidungen abnehmen – Computer und Smartphones aber auch Kühlschränke, Autos und Fernseher, die eigenständig im Internet surfen, ohne dass wir das steuern können. Die künstliche Intelligenz so zu nutzen, dass sie der Menschheit dazu dient sich fortzuentwickeln, ist nur dann erfolgreich, wenn es den Menschen gleichzeitig gelingt, die Kontrolle zu behalten.
Auch im Berufsleben spielt die künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle und wird das Erwerbsleben der heutigen Abiturientinnen und Abiturienten aber auch aller anderen heutigen Schulabgänger regelmäßig umkrempeln, wenn das, was sie gelernt haben, in Zukunft besser von Maschinen erledigt werden kann.

In diesem Zusammenhang verwies Schulleiter Sven Nack auf einen Artikel in der Zeit vom 10. Juni 2017 unter dem Titel „Das geht zu weit“, in dem Eric Sadin die Gefahren beschreibt, die sich daraus ergeben, intelligente, maschinelle Expertensysteme zu nutzen, die nicht politisch, sondern privatwirtschaftlich voran getrieben werden – Stichwort Google, Apple und Facebook – und in Zeiten des Lockdowns besonders auch Amazon…
Sadin warnt: „Von unserem Engagement […] und von unserer Fähigkeit unser Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu behaupten, wird nicht weniger als  die gegenwärtige und zukünftige Gestalt unserer Zivilisation abhängen.“

„Im Abebben der Pandemie liegt eine Chance, sich aus der virtuellen Blase wieder zu lösen“, so Sven Nack  „und auf reale Begegnungen mit Menschen aber auch mit der Welt zu setzen […], wenn wir uns weiterhin als eigenständig vernunftbegabte Wesen begreifen wollen.“

Einen Ratschlag gab Herr Nack den Schülerinnen und Schülern noch mit auf den Weg: „Gönnt euch immer, wenn ihr könnt und dürft ein analoges und freies Leben, geht raus, trefft euch wieder (natürlich mit Abstand…) und sprecht miteinander. Probiert und wagt. Ein bisschen davon habt ihr in unserer Schule gelernt. Trefft mutige Entscheidungen – auch kleine – und fragt nicht Siri, sondern eure Mitmenschen.“